Patrick

Patrick beteiligt sich an der Machbarkeitsstudie.

Vor ungefähr 10 Jahren traten diese Rückenschmerzen zum ersten Mal auf – in Form eines leichten Stechens im unteren Rückenbereich. Zunächst ging ich davon aus, dass ich auf der Arbeit etwas falsch angehoben hatte. Da ich als Dachdecker tätig bin, empfand ich dies als nichts Ungewöhnliches. Also dachte ich nicht weiter darüber nach und machte einfach wie gewöhnlich weiter. Die Schmerzen wurden im Laufe der Zeit jedoch stärker: Wenn ich morgens aus dem Bett stieg, konnte ich meinen Rücken nicht mehr richtig durchstrecken – ein Problem, das mich in der Folge permanent begleitete.

Ich war nicht mehr in der Lage, mit der Leiter auf ein Dach zu steigen. Auf Dachlatten ist man gezwungen, gebeugt zu gehen – ein Umstand, der mir unerträgliche Schmerzen bereitete. Ich konnte nichts mehr anheben oder weitergeben, bis ich schließlich gar nicht mehr arbeiten konnte und bangte, meinen Job zu verlieren. Dann war ich bei mehreren Ärzten in Behandlung und sie alle gingen davon aus, dass die Schmerzen durch die starke physische Belastung meiner beruflichen Tätigkeit hervorgerufen wurden. Man verschrieb mir entzündungshemmende Medikamente, die jedoch keine Linderung brachten.

Außerdem bin ich als Trainer in unserem örtlichen Fußballverein tätig. Dort konnte ich lediglich 10 Meter an der Außenlinie entlang gehen, bevor ich gezwungen war, mich hinzusetzen. Meine Spieler machten sich schon über mich lustig. Auch im Urlaub konnte ich keinerlei Spazierstrecken absolvieren und war gezwungen im Hotel zu bleiben. Außerdem schwimme ich für mein Leben gern, aber das ging nun auch nicht mehr. Ich konnte praktisch gar nichts mehr tun.

Schließlich suchte ich einen Spezialisten auf, der radiologische Aufnahmen des Rückens anordnete. Meiner Wirbelsäule fehlte nichts, doch es stellte sich heraus, dass das Problem in der unteren Rückenmuskulatur lag. Die oberflächliche Muskulatur war soweit in Ordnung, aber die tiefer liegenden Muskeln funktionierten nicht mehr richtig. Keine guten Nachrichten für jemanden, der beruflich auf seinen Rücken angewiesen ist! Der Arzt verordnete Krankengymnastik – zunächst auf der Matte, später an Geräten.

Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit fast einem Jahr nicht mehr berufstätig. Mir wurde gesagt, dass ich meinen gewählten Beruf wahrscheinlich nicht weiter ausüben könne. Ich liebe meine Arbeit und war daher fest entschlossen, eine Lösung zu finden. Aber was konnte ich noch machen?

Dann bot mir der Arzt an, an einer Studie teilzunehmen, bei der ein implantierbares System dafür sorgt, dass die tiefer liegenden Rückenmuskeln stimuliert werden. Ich entschied mich, daran teilzunehmen.

Die Implantation verlief reibungslos und bereits nach einer Woche durfte ich das Gerät morgens und abends jeweils 20 Minuten verwenden. Es ist nicht sehr anstrengend. Man liegt auf dem Bauch und es fühlt sich so an, als ob man seine Muskeln trainiert. Man spürt, wie sich die Muskeln im Innern zusammenziehen, muss jedoch selbst nichts weiter machen. Es ist ein sehr angenehmes Gefühl und anschließend fühlt man sich erschöpft.

Bereits nach zwei Monaten ging es aufwärts! Ich konnte wieder besser und schneller gehen. Ab und zu ging ich auch wieder schwimmen und langsam aber sicher gingen die Schmerzen völlig weg und ich fing sogar wieder an zu arbeiten.

Heute bin ich wieder voll einsatzfähig und kann mit einem Stapel von 10 Ziegeln ein Dach hinaufklettern. Meine Arbeitskollegen sind begeistert, da sie mich eigentlich bereits abgeschrieben hatten. Ich hatte ihnen schon gesagt: "Plant ohne mich. Ich komme nicht mehr zurück."

Auf der Schmerzskala lagen meine Schmerzen regelmäßig zwischen den Werten 8 und 9, am Schluss sogar fast immer bei 10. Mittlerweile sind die Schmerzen vollständig verschwunden. Den Stimulator verwende ich nur, wenn ich meine, etwas zu spüren – vielleicht ein oder zwei Mal in den letzten drei Monaten.

Meine Frau ist ebenfalls begeistert, denn sie war der Meinung, dass ich nur noch dahinvegetierte, da ich nichts mehr unternahm. Nachdem ich zuvor bei so vielen Ärzten war, hatte ich alle Hoffnung und jegliches Vertrauen verloren. Jetzt kann ich alles genauso wie früher machen – gehen, schwimmen und sogar wieder als Fußballtrainer an der Seitenlinie auf- und abmarschieren. Zuhause war ich zuletzt sehr intensiv mit der Neugestaltung unseres Gartens beschäftigt und renoviere zurzeit das Haus unserer Tochter. Dabei habe ich Wände abgerissen, neue Stahlträger errichtet und hebe gerade den Boden aus, da sie sich eine Fußbodenheizung wünschen.

Das Wichtigste ist für mich jedoch, dass ich wieder zurück in meinem alten Job bin. Ich bin also doch noch nicht abgeschrieben!